Klimaschutz und Klimaanpassung in Merseburg
Klimaschutz
Klimaschutz bedeutet, aktiv zu verhindern, dass sich die Erde weiter erwärmt, indem Treibhausgasemissionen reduziert werden, die bei der Verbrennung fossiler Energieträger entstehen (z. B. Öl, Kohle, Gas) und in Industrie, Verkehr, Landwirtschaft sowie Haushalten freigesetzt werden. Ziel ist es, die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels wie steigende Temperaturen, häufigere Extremwetterereignisse und Wassermangel zu begrenzen und ein gutes Leben in unserer Stadt und auf der ganzen Erde auch für zukünftige Generationen zu sichern.
Vorreiterkonzept Klimaschutz
Die Stadt Merseburg stellt sich aktiv den Herausforderungen des Klimawandels und entwickelt gemeinsam mit dem Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz (ThINK) im Zeitraum von Mai 2026 bis Mai 2027 ein Vorreiterkonzept für den kommunalen Klimaschutz. Damit wird eine strategische Grundlage geschaffen, um die Klimaschutzaktivitäten der Stadt zukunftsorientiert weiterzuentwickeln und langfristig auf eine klimaneutrale Entwicklung auszurichten.
Das Konzept baut auf dem bestehenden Klimaschutzkonzept aus dem Jahr 2011 auf und berücksichtigt aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen, gesetzliche Rahmenbedingungen sowie lokale Potenziale der Stadt. Ziel ist es, konkrete und wirksame Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen zu erarbeiten und gleichzeitig die nachhaltige Entwicklung sowie die Lebensqualität in Merseburg langfristig zu stärken. Das Vorreiterkonzept wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) gefördert und orientiert sich an den Klimaschutzzielen des Bundes sowie den Vorgaben des Bundes-Klimaschutzgesetzes. Damit macht sich die Stadt Merseburg auf dem Weg zu einer klimaneutralen Entwicklung.
Klimaschutz zählt zu den zentralen Zukunftsaufgaben moderner Städte und Gemeinden. Auch die Stadt Merseburg möchte ihren Beitrag leisten, Emissionen zu reduzieren, Ressourcen nachhaltiger zu nutzen und eine lebenswerte Zukunft für alle Bürgerinnen und Bürger zu sichern. Das Vorreiterkonzept dient dabei als Grundlage, bestehende Planungen fortzuschreiben, Potenziale zu identifizieren und konkrete Handlungsansätze für die kommenden Jahre zu entwickeln.
Im Rahmen des Projektes werden unter anderem:
- die aktuelle Energie- und Treibhausgasbilanz erstellt,
- Potenziale zur Energieeinsparung und zur Nutzung erneuerbarer Energien untersucht,
- konkrete Maßnahmen für unterschiedliche Handlungsfelder entwickelt,
- sowie Verwaltung, lokale Akteurinnen und Akteure und die Öffentlichkeit aktiv in den Prozess eingebunden.
Ziel des Vorreiterkonzeptes ist die Erstellung eines integrierten Klimaschutzplans mit konkreten Strategien und Maßnahmen zur Erreichung der Klimaschutzziele. Angestrebt wird die Klimaneutralität der Stadt Merseburg bis zum Jahr 2040. Für die Stadtverwaltung soll dieses Ziel bereits bis 2035 erreicht werden.
Dokumente und weiterführende Informationen
Folgende Satzungen, Konzepte und Richtlinien stehen Ihnen als PDF-Dokumente zum Download zur Verfügung:
- Klimaschutzkonzept 2011
- Integriertes Klimaschutzkonzept der Hochschule Merseburg
- Klimaschutz in Sachsen-Anhalt
- Kommunale Wärmeplanung 2026
Aktuelles zum Vorreiterkonzept Klimaschutz
Auf dieser Seite informieren wir Sie regelmäßig über den aktuellen Stand des Vorreiterkonzeptes Klimaschutz.
- Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen des Merseburger Zauberfestes am 24.10.2026 (Einladung folgt)
- Ergebnisse der Beteiligungsveranstaltungen (folgt)
Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestelllungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiatve trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen und Bildungseinrichtungen.

Klimaanpassung
Klimaanpassung bezeichnet Maßnahmen und Strategien, um auf bereits eintretende oder künftig erwartete Folgen des Klimawandels zu reagieren. Die Stadt Merseburg unternimmt dabei insbesondere Anstrengungen, um die Stadt und die Bewohnerinnen und Bewohner vor Extremwetterereignissen, Wassermangel und Hitzewellen zu schützen. Im Rahmen einer integrierten Stadtentwicklung wird daher das Ziel verfolgt, Klimaanpassungsmaßnahmen schrittweise in die verschiedenen Handlungsfelder der Stadtentwicklung zu integrieren.
Es sind folgende Maßnahmen vorgesehen:
- Schaffung klimaangepasster Blühwiesen zur Förderung der Biodiversität und Verbesserung der Versickerungsmöglichkeiten, unter anderem im Bereich des Gotthardteichs sowie in Merseburg-Süd
- Entsiegelung ausgewählter Garagenhöfe zur Verbesserung der Versickerungsmöglichkeiten und des Mikroklimas
- Erarbeitung eines Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmenkonzeptes zur strategischen Steuerung von Begrünungs- und Kompensationsmaßnahmen im Zusammenhang mit geplanten Flächenversiegelungen. Ziel ist es, Biotopaufwertungen künftig systematisch und nach fachlichen Prioritäten umzusetzen sowie Maßnahmen gezielt zur Verbesserung des Biotopverbundes und zur Klimaanpassung einzusetzen.
- kurz- bis mittelfristig die Erstellung eines neuen Grünpflegekonzeptes mit klimaangepassten Pflanz-, Pflege- und Mähkonzepten
- mittelfristig die Erarbeitung eines Klimaanpassungskonzeptes zur Anpassung des Stadtraums auf die Folgen des Klimawandels, insbesondere im Hinblick auf Starkregenereignisse und zunehmende Hitze
- kurz- bis mittelfristig die Erstellung eines Hitzeaktionsplans als Konzept zum konkreten Schutz der Bevölkerung vor Hitzebelastungen
Die integrierte Berücksichtigung von Maßnahmen der blaugrünen Infrastruktur ist grundsätzlich ein wichtiger Baustein einer klimaangepassten Stadtentwicklung. Hierzu zählen insbesondere Maßnahmen des verbesserten Regenwasserrückhalts, der Versickerung sowie einer nachhaltigen Regenwasserbewirtschaftung zur Unterstützung von Straßenbäumen und Grünflächen. Die Umsetzung entsprechender Maßnahmen wird dabei stets unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten, der technischen Machbarkeit sowie der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im jeweiligen Einzelfall geprüft.
