Verleihung des Walter-Bauer-Preises an Jens-Fietje Dwars

Walter Bauer Preisverleihung 2021

Jens-Fietje Dwars ist der Preisträger des Walter-Bauer-Preises 2020. Im Beisein von Ministerpräsident Rainer Haseloff, Oberbürgermeister Jens Bühligen, FB-Leiter für Soziales, Jugend, Sicherheit und Ordnung der Stadt Leuna, Dr. Volker Stein, sowie zahlreichen Gästen wurde der Preis am 03.11.2021 verliehen. (Der Preis konnte Corona bedingt erst in diesem Jahr ausgereicht werden).

Jens-Fietje Dwars ist damit der 16. Preisträger seit Verleihung des Walter-Bauer-Preises im Jahre 1994. Das 2006 eingerichtete Walter-Bauer-Stipendium ging an den jungen halleschen Autor Christoph Liedtke. Das Stipendium wurde auch 2020 und sukzessive von der InfraLeuna GmbH getragen.

Jens-Fietje Dwars, 1960 in Weißenfels geboren, studierte Philosophie in Wroclaw, Berlin und Jena. Nach seiner Promotion war er als Germanistik-Assistent an der Friedrich-Schiller-Universität Jena tätig. Der freischaffende Autor, Kurator und Herausgeber ist seit 2005 zugleich Chefredakteur der Thüringer Literaturzeitschrift „Palmbaum“ und seit 2016 ebenso Redakteur der „Marginalien. Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie“. Jens-Fietje Dwars ist verheiratet, er hat zwei Söhne und lebt seit 1984 in Jena.

In der Begründung zur Verleihung des Preises an Jens-Fietje Dwars heißt es: „Jens-Fietje Dwars, wohl einer der vielseitigsten und produktivsten Schriftsteller Mitteldeutschlands, hat mit seinen inzwischen 60 Jahren 17 eigene belletristische, biographische und essayistische Bücher geschrieben, zeichnet für mehr als 50 zum Teil bedeutende Herausgaben verantwortlich, verfasste über 500 Beiträge in Zeitschriften, Büchern und in der Tagespresse, darunter auch über Walter Bauer; über 30 Ausstellungen hat er kuratiert, für seine Filme erhielt er 2001 im Rahmen der Grimme-Preisvergabe den Kultur-Sonderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen und 2004 den Alfred-Grimme-Preis, er arbeitete fürs Fernsehen und den Funk und produzierte Tonträger, insgesamt 22 Titel. Sein 50-seitiges Werkverzeichnis allein ist eine intensive Lektüre wert.

Er ist als kritischer, aber immer gesprächsbereiter Zeitgenosse bekannt, und wer sich intensiver mit der jüngeren deutschen und speziell dann ostdeutschen Geschichte beschäftigt, wird mit großem Gewinn u. a. auch seine beiden maßgeblichen Biographien zu Johannes R. Becher und Peter Weiss lesen, die beide im Berliner Aufbau-Verlag (1998 und 2007) erschienen sind. Sie erkunden das Mit- und Gegeneinander von Politik und Literatur, das Zerrissensein von Autoren, die sich in Schnittstellen zerreißender Widersprüche des 20. Jahrhunderts begebe‘“, wie Jens-Fietje Dwars selbst darüber schreibt. Genau das war ja auch das Zeitgenossen-Schicksal von Walter Bauer.

Gar nicht genug kann seine Arbeit als Herausgeber gewürdigt werden, und da besonders diejenige, in deren Mittelpunkt GegenwartsautorInnen stehen, darunter klangvolle Namen wie Wolf Wondratschek, Friedrich Dieckmann, B. K. Tragelehn oder Rolf Schneider und, in diesem Zusammenhang wichtig zu erwähnen, auch die Namen von fünf Walter-Bauer-Preisträgern: Kerstin Hensel, Peter Gosse, Matthias Biskupek, Andre Schinkel und Wilhelm Bartsch. All die genannten sind entweder in der von Jens-Fietje Dwars herausgegebenen Weißen Reihe oder in der Edition Ornament beim quartus Verlag Bucha bei Jena erschienen. Dies sind inzwischen fast schon legendäre Buchreihen in bibliophil edler Gestaltung und illustriert von erstrangigen Künstlerinnen und Künstlern wie Angela Hampel, Horst Hussel, Baldwin Zettl, Karl-Georg-Hirsch, Gerd Mackensen oder Moritz Götze.“

Seit 1994 vergeben die Städte Leuna und Merseburg aller zwei Jahre gemeinsam den Walter-Bauer-Preis. Damit soll an einen Schriftsteller erinnert werden, der mit seinem umfangreichen literarischen Gesamtschaffen, mit seiner Botschaft der Menschlichkeit und seinem Bekenntnis zum europäischen Geist zu den namhaften deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts zählt. 


Bisherige Walter-Bauer-Preisträger waren:

1994: Henry Beissel und Dr. Hans-Martin Pleßke

1996: Jürgen Jankofsky

1998: Eva Strittmatter

2000: Wilhelm Bartsch

2002: Wolfgang Hilbig

2004: Prof. Dr. Angelika Arend

2006: Wulf Kirsten

2008: Peter Gosse

2010: Dieter Mucke und Landolf Scherzer

2012: Andre Schinkel

2014: Kerstin Hensel

2016: Matthias Biskupek

2018: Thomas Kunst