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Landesinitiative URBAN 21


Die erfolgreiche Realisierung des URBAN 21
  -Konzeptes der Stadt Merseburg (2000 - 2006)
 

Am 11. Juli 2001 wurde die Stadt Merseburg mit ihrem Konzept „Innenstadt/Neumarkt“ in die Landesinitiative URBAN 21 aufgenommen. Diese wurde 1999 durch die Landesregierung von Sachsen-Anhalt beschlossen, um ökonomische, infrastrukturelle, soziale, ökologische und städtebauliche Defizite in ausgewählten Stadtgebieten zu verringern.

 

URBAN 21 stellte dabei kein neues Förderprogramm dar, sondern koordinierte die Finanzierung der erforderlichen Maßnahmen durch die Kombination verschiedener Förderprogramme, die durch Fördermittel der Europäischen Union (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung - EFRE und Europäischer Sozialfonds - ESF) ergänzt wurden.

 

Das Merseburger URBAN 21-Gebiet umfasste ca. 90 ha und beinhaltete das Sanierungsgebiet und das Erhaltungsgebiet der Stadt sowie die südlich angrenzenden Wohnquartiere bis zur B 181.

 

Der Kosten- und Finanzplan des Konzeptes umfasste insgesamt 24 Vorhaben, davon 20 im Rahmen der Städtebauförderung finanzierte Einzelprojekte mit einem Finanzvolumen von ca. 19,70 Mio. € Fördermitteleinsatz im Zeitraum 2002 bis 2006. Dafür stellte die Stadt 10,84 Mio. €  Städtebaufördermittel vor allem der Förderprogramm „Sanierung“ und „Städtebaulicher Denkmalschutz“ bereit, die durch weitere 8,85 Mio. € europäische Fördermittel des EFRE ergänzt wurden.

 

Ausschlaggebend für die Förderfähigkeit eines Vorhabens als URBAN 21-Projekt war immer der integrative Ansatz (d. h. die Erfüllung mehrerer Leitziele der Gebietsentwicklung, z.B. die Schaffung von dauerhaften Arbeitsplätzen und städtebauliche Verbesserungen und die Stärkung der touristischen Attraktivität der Innenstadt). Reine Wohnbauprojekte, Wohnraumsanierung oder Rückbaumaßnahmen des Wohnungsbestandes waren im Rahmen von URBAN 21 nicht förderfähig.

 

Im Jahr 2003 wurden mit der Fertigstellung der ersten Projekte auch die ersten Ergebnisse der Landesinitiative URBAN 21 sichtbar. Mittlerweile konnten fast alle Vorhaben abgeschlossen und der Öffentlichkeit übergeben werden. Vor Ort weisen Erinnerungstafeln aus Edelstahl auf die Beteiligung des EFRE hin, die von dem Merseburger Künstler Klaus Urban gestaltet wurden.

 

Die Landesinitiative URBAN 21 machte Vorhaben möglich, die für die Kommune sonst kaum zu finanzieren gewesen wären.

Mit Hilfe der umfangreichen Städtebauförderung und vor allem der zusätzlichen europäischen Fördermittel konnte die Stadt nicht nur in kurzer Zeit eine Vielzahl von Bau- und Infrastrukturmaßnahmen zur Stärkung ihrer Innenstadt durchführen, sondern auch die touristische Attraktivität des historischen Dom-Schloss-Bereiches verbessern, zahlreiche Arbeitsplätze in der City schaffen, mehrere private Investitionen und Initiativen anstoßen und vor allem viele Bürger, Investoren, Fachleute und einheimische Firmen in den Prozess der Stadtentwicklung aktiv mit einbeziehen und damit eine neue Planungskultur initiieren.

Das Quartiermanagement durch die Landesentwicklungsgesellschaft SALEG sorgte für den kontinuierlichen Dialog zwischen der Stadt, den Projektträgern und den Bürgerinnen und Bürgern.

 

Zum 3. Merseburger Kulturgespräch am 24. Januar 2004 im historischen Ständehaus wurde eine Ausstellung eröffnet, die die Wirksamkeit der Landesinitiative URBAN 21 anhand ausgewählter Projekte darstellt und erläutert. Die beiden Merseburger Gerd Meyer und Dr. Wolfgang Kubak hielten die deutlichen Veränderungen im Merseburger Stadtbild mit ihrer Kamera fest. Die Aufnahmen wurden durch Erläuterungen zur städtebaulichen Entwicklung und zur Realisierung der Einzelvorhaben ergänzt und auf insgesamt 11 grafisch ansprechend gestalteten Tafeln präsentiert. Die Ausstellung wurde als Wanderausstellung konzipiert und mittlerweile durch weitere Projekte ergänzt. Auch zur Landesbaumesse 2004 in Magdeburg sowie im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr wurde die Merseburger URBAN 21-Ausstellung bereits gezeigt, die zum 10. Sachsen-Anhalt-Tag vom 14. – 16.07.2006 in Halle erneut der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

 

Seit März 2002 fanden regelmäßig Arbeitsberatungen des URBAN-Teams (Teilnehmer: Oberbürgermeister, Fachämter der Stadtverwaltung, Citymarketing und Quartiermanagement, z. T. Vorhabenträger als Gäste) statt, zu denen die Realisierung der Einzelvorhaben des URBAN 21-Konzeptes abgestimmt wurde. Parallel dazu erfolgten Gespräche mit Investoren, Projektträgern und Genehmigungsbehörden. Mit dem Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr und vor allem mit der Bewilligungsbehörde, dem Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, bestand stets eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

 

Planmäßig wurden der Stadtrat und seine Ausschüsse sowie die Presse über den Realisierungsstand des URBAN 21-Konzeptes informiert. Dieser wurde auch im umfangreichen Internet-Auftritt der Stadt regelmäßig aktualisiert.

 

Auch wenn das URBAN 21-Konzept „Innenstadt/Neumarkt“ am 31.12.2006 abgeschlossen wurde, gibt es eine Vielzahl von Folgeprojekten, die die Leitziele der Landesinitiative und das spezielle Anliegen von Merseburg, seine Innenstadt attraktiv und lebendig zu gestalten, fortsetzen.

So wurde die Stadt 2005 als IBA-Stadt bestätigt und wird sich bei der weiteren Bearbeitung ihres Themas: „Neue Milieus – neue Chancen“ baulich-räumlich auf die Quartierentwicklung am Burgberg konzentrieren.

 



Folgende Einzelvorhaben wurden im Rahmen des URBAN 21-Konzeptes
   realisiert:



1 Ständehaus 18 Beratungszentrum für nachhaltige Regionalentwicklung und soziale Dienste 
2 Einkaufscenter Gotthardstr. 19 Erlebnisgastronomie Domkurie (Domstraße 8) 
6 Neues Leben am Markt 20 Aussichtsturm am Dom 
7 Gründerzentrum (Bildungszentrum Roßmarkt) 21 Panoramaweg 
8 Zentraler Kommunikationsplatz Entenplan/Burgstraße 22 Kapitelhaus 
9 Zentraler tourist. Parkplatz (Dom-Schloss-Parkplatz) 24 Bürgerhaus am Neumarkt 
10 Verbesserung d. tourist. Haupterschließ-ungsstraßen im Dom-Schloss-Bereich 25 Aufwertung d. kommunalen Wohnumfeldes in den Plattenbausiedlungen 
11 Schlossgartensalon/Orangerie/ Schlossgarten 26  Kulturkeller Oelgrube 
12 Revitalisierung des Kinos "Völker-
freundschaft"
 
28  City-Marketing 
13 Dompropstei 3  29 Entwicklung des Alten Rathauses zum Bürgerhaus 
14 Domstraße 15 - Willi Sitte Galerie 30 Quartiermanagement-SALEG 
16 Barrierefreiheit  31 Einrichtung einer Schiffsanlegestelle 

 

Stand: 29.01.2007



 
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